So lüften Sie richtig

15. November 2010 | Von | Kategorie: Energie und Heizen

Nach Schätzungen von Experten ist jede zweite Wohnung in Deutschland von Schimmel befallen. Dies ist nicht nur gesundheitsgefährdend, sondern die Sanierung ist auch mit hohen Kosten verbunden. Deshalb sollten Sie Schimmel erst gar keinen Nährboden bieten und zwar vor allem durch regelmäßiges Lüften und ausreichendes Heizen.

www.pixelio.de / Larisa Schmyrova

Quelle: www.pixelio.de / Larisa Schmyrova

Dennoch sollten Sie in Zeiten teurer Energiepreise nicht am falschen Ende sparen, indem Sie die Raumtemperatur senken. Schließlich kann kühle Luft die Feuchtigkeit nicht so gut binden wie warme Luft. Während warme Luft überflüssige Feuchtigkeit aufnimmt und beim Lüften nach Draußen transportiert wird, schlägt sich die Feuchtigkeit im kühlen Raum eher an kalten Oberflächen, vor allem von den Außenwänden, nieder und verharrt im Raum. Zum einen riecht der Raum schnell muffig und zum anderen können feuchte Stellen, Stockflecken und Schimmel die Folge sein.

Im Gegensatz zu kühlen Tagen sollten Sie an heißen bis schwülen Tagen besser nicht lüften. Lüften Sie nur, wenn es draußen kühler ist als drinnen. Weil warme Luft immer zur kalten Seite hinzieht, sollten Sie an schwülen Tagen lieber erst abends oder morgens lüften.

Mit Schimmelbefall haben aber nicht nur Hausbesitzer oder Bewohner von Altbauten zu kämpfen, auch in Neubauten treffen Sie dieses Phänomen besonders schnell an. Zum einen kann das am zu frühen Bezug des Neubaus liegen. Dann werden meist die ungenutzten Räume nicht beheizt und bilden den idealen Nährboden für Schimmel. Deshalb sollten Sie sich an die alte Weisheit halten: „Ein neues Haus muss immer erst trocken geheizt werden.“ In den ersten beiden Heizperioden sollten Sie regelmäßig heizen und lüften, dabei kommt es nicht auf die Dauer des Lüftens sondern auf die Häufigkeit an.
Zum anderen findet in Neubauten kein Austausch zwischen Innenluft und Außenluft, aufgrund der Wärmedämmung und der Luftdichte, statt. Dadurch werden zwar Heizkosten eingespart, aber gleichzeitig verbleibt die Feuchtigkeit im Haus. Deshalb verfügen immer mehr Neubauten über moderne Lüftungsanlagen. Sie tauschen die Luft im Haus kontinuierlich und kontrolliert aus und automatisch wird damit die Feuchtigkeit entsorgt.

Alle, die keine Lüftungsanlage besitzen, müssen auf das Lüften zurückgreifen. Zunächst sollten Sie für eine gute Luftzirkulation in den einzelnen Räumen sorgen. Dies erreichen Sie, indem Sie alle Möbel mit einen Abstand von etwa 10 Zentimetern zur Wand aufstellen. Die Faustregel beim Lüften besagt: „Lieber kurz und häufig lüften als dauerhaft.“ Vermeiden Sie Dauerlüften bei gekipptem Fenster, denn der minimale Luftaustausch führt nur zu einem Auskühlen der Räume und im ausgekühltem Fenstersturz kann sich Feuchtigkeit niederschlagen und Schimmel bilden.

initiative erdgas pro umwelt

Quelle: initiative erdgas pro umwelt

Idealerweise sollten Sie stoßlüften bzw. querlüften. Hierfür werden die Fenster vollständig geöffnet und der Raum 5 bis 10 Minuten (je nach Witterung) lang gelüftet. Nach Möglichkeit sollten auch die Zimmer in den gegenüberliegenden Räumen gleichzeitig geöffnet werden. Mit dem entstehenden Durchzug wird die Feuchtigkeit nach draußen transportiert. Bei älteren Immobilien genügt es normalerweise zweimal am Tag zu lüften. Bei neueren Immobilien muss jedoch konsequent gelüftet werden, sofern keine Be- und Entlüftung vorhanden ist. Schließen Sie die Thermostatventile vor dem Lüften. Der Vorgang sollte insgesamt nie länger als 10 Minuten dauern, ansonsten kühlen die Wände und Möbel aus.

Wenn Sie trotz sorgfältigen Lüftens Schimmel im Haus entdecken, dann rücken Sie ihm nicht mit irgendwelchen Mittelchen zu Leibe, sondern holen sich gleich einen Sachverständigen ins Haus. Dieser führt zunächst eine Prüfung durch um die Schimmelart festzustellen. Es gibt mehr als 100.000 Schimmelpilze, darunter sind einige höchst gefährliche Arten. Diese müssen fachgerecht bekämpft werden.

Quelle: Verband Privater Bauherren e.V.

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Ein Kommentar
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  1. Hallo
    …und gerade bei Neubauten reicht einmal am Tag Lüften nicht aus. Mehrfaches Lüften am Tag ist zwingend erforderlich um die Baufeuchte zu vertreiben.
    Sinnvolle Unterstützung ist ein Thermo-Hygrometer das genau informiert, wie hoch die Luftfeuchtigkeit ist.

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