Risse im Haus

19. August 2010 | Von | Kategorie: Dach und Wand

Seit im letzten Jahr das Kölner Stadtarchiv einstürzte, sind viele Hausbesitzer besorgt. Denn in vielen Fassaden finden sich Risse. Diese können eine echte Bedrohung für das Gebäude sein, sogar deren Statik gefährden oder aber lediglich Schönheitsmakel sein. Für die Bildung von Rissen in und am Haus gibt es unterschiedliche Ursachen. Erschütterungen, der sinkende oder steigende Grundwasserspiegel, der Bergbau oder problematische Böden sind mögliche Gründe.

Risse in dieser Größe sollten umgehend sarniert werden

Kleine Risse, mit einer Größe bis 0,2 Millimeter sind in der Regel harmlos. Meist handelt es sich dabei um so genannte Haarrisse. Diese finden sich im Putz und treten auch bei recht neuen Häusern schon auf. Sie entstehen durch minimale Bewegungen des Hauses, zum Beispiel beim Setzen oder durch Spannungen. Auch die Witterungsverhältnisse können ein Grund für Haarrisse sein, da sich bei Wärme die verschiedenen Bauteile unterschiedlich stark ausdehnen und so kleinste Risse verursachen. So lange die Haarrisse jedoch klein und unverändert bleiben, sind sie kein Anlass zur Sorge, sondern höchstens ein Schönheitsmakel.

Alarmierend sind dagegen alle Art von Rissen die breiter als 0,2 Millimeter sind. Diese sollten unbedingt untersucht werden und benötigen unter Umständen eine Sanierung. In so einem Fall ist es ratsam einen Sachverständigen einzuschalten. Dieser kann die Ursachen klären und dadurch fachgerecht sanieren. Dazu wird der Putz abgeklopft um anschließend zu prüfen wie tief der Riss geht oder ob die gesamte Konstruktion betroffen ist. Beim Letzteren kann der Riss tatsächlich ein Hinweis auf statische Probleme sein. Die Ursachen sind bei tieferen Rissen ähnlich wie bei Haarrissen, nur in einem größeren Ausmaß. So kann auch hier die Setzung des Hauses dazu führen, genau wie Spannungen innerhalb des Hauses. Eine andere Möglichkeit ist die falsche Belastung von Bauteilen. So werden zum Beispiel nicht tragende Wände mit Gewicht belastet für das sie nicht vorgesehen sind und es entstehen Risse.
Wichtig ist allerdings auch die Beobachtung der Risse über einen gewissen Zeitraum. Dieses wird mit Hilfe von Gipsmarken gemacht. Eine Gipsmarke wird auf den Riss gesetzt, sobald sich der Riss dann erweitert, lässt sich das am Gips ablesen. Denn der Gips ist starr und reißt bei einer Bewegung des Hauses. Diese Vorgehensweise ist oft auch an historischen Altstadtfassaden zu sehen. Passiert jedoch mindestens 4 Wochen lang nichts, kann man davon ausgehen, dass sich der Riss nicht weiter ausdehnt und vorerst Entwarnung geben.

Der Schutz vor Rissen muss bereits bei der Planung des Hauses beachtet werden. Abhilfe können zum Beispiel Fugen schaffen. Diese können sozusagen als Sollbruchstellen dienen und verhindern so größere Schäden. Außerdem sollte man ein Baugrundgutachten hinzuziehen, denn auch die Bodenbeschaffenheit kann eine Ursache für Risse sein. Das sollte man frühzeitig absichern um größtmögliche Sicherheit zu haben.

Weitere Informationen zum Thema finden Sie unter www.vpb.de

Bildquelle: www.pixelio.de / Jerzy Sawluk

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