Wie war das noch mal mit dem Mietrecht?

24. Februar 2009 | Von | Kategorie: Allgemein

Die größten Irrtümer im deutschen Mietrecht für Sie zusammengefasst.

1. Beendigung des Mietverhältnisses

Solch ein Schriftstück sollten Sie nicht in den Händen halten müssen!

Sie haben eine Wohnung gefunden, die Ihnen gefällt und den Mietvertrag unterschrieben. Kurze Zeit später bekommen Sie ein Angebot für eine schönere Wohnung für weniger Geld. Deshalb möchten Sie vom Mietvertrag zurück treten. Das ist leider nicht möglich, weil im Mietrecht kein Rücktrittsrecht besteht! Deshalb haben Sie nur zwei Möglichkeiten: entweder Sie reichen eine fristgemäße Kündigung ein oder Sie einigen sich mit dem Vermieter darauf, dass der Vertrag hinfällig ist.

Aber wenn ich dem Vermieter drei Nachmieter vorstelle, kann das Mietverhältnis gelöst werden? In erster Linie sind Sie durch Ihre Unterschrift dazu verpflichtet den Vertrag zu erfüllen. Nur wenn beide Seiten damit einverstanden sind, kann das Mietverhältnis verkürzt werden. Aber auch der Vermieter darf nicht beliebig viele „akzeptable Mieter“ ausschlagen.

Wenn ich die Miete nicht mehr bezahle, wird der Mietvertrag fristlos gekündigt? Die fristlose Kündigung erfolgt auf jeden Fall, aber bedenken Sie, dass Sie die Miete weiterzahlen müssen, bis ein neuer Mieter gefunden ist.

2. Feiern in der Wohnung

Sie sind nun in Ihre neue Wohnung eingezogen und das muss gefeiert werden. Außerdem ist es für Ihre Nachbarn ertragbar, wenn Sie einmal im Monat eine Party schmeißen. Grundsätzlich ist lautstarkes Feiern verboten. Ausnahmen bilden außergewöhnliche Feiern wie eine Hochzeit. Dennoch gilt Feiern ist in Ordnung, aber ab 22 Uhr nur noch bei Zimmerlautstärke.

3. Wohnungsmängel

Nach einer Weile fühlen Sie sich so richtig heimisch in Ihrer Wohnung. Doch nun entdecken Sie einen Mangel – was tun? Falsch wäre es, wenn Sie die gesamte Miete deshalb einbehalten würden. Denn die Miete darf nur soweit gemindert werden wie die Gebrauchstauglichkeit der Wohnung eingeschränkt ist. Eine Beratung über eine angemessene Höhe der Mietminderung erhalten Sie beim Mieterverein.

Falsch wäre es ebenfalls, wenn Sie die einbehaltene Miete auf ein Sperrkonto einzahlen. Denn Mietminderungen müssen nicht angelegt werden und auch nicht nach der Beseitigung des Mangels nachgezahlt werden. Jedoch bei Zweifeln über die angemessene Höhe der Mietminderung sollten Sie das Geld auf Ihrem Sparkonto bis zur Klärung anlegen.

Ist jede Mieterhöhung ausgeschlossen solange ein Mangel besteht? Eine ordnungsgemäß geltend gemachte Mieterhöhung muss anerkannt werden. Aber der Mieter hat das Recht die erhöhte Miete bis zur Beseitigung des Mangels zu mindern.

Justicia sieht alles!

4. Auszug aus der Wohnung

Sie können Ihre Kaution für Ihre Wohnung beim Mieter abwohnen? Wer das tut, muss damit rechnen, dass der Vermieter seinen Anwalt einschaltet bzw. einen gerichtlichen Mahnbescheid beantragt. Die einzige Ausnahme wird gemacht, wenn der Mieter in einer nachweisbaren finanziellen Krise steckt.

Nun rückt der Termin des Auszugs immer näher. Sollte Ihr Mietverhältnis während einer Nebenkosten-Abrechnungsperiode enden, bekommen Sie als Mieter keine Zwischenabrechnung. Sie müssen auf die turnusmäßige Abrechnung warten.

Oder sollten Sie ausziehen bevor Ihr Mietverhältnis endet, müssen Sie bis zum vertraglich vereinbarten Ende die Nebenkosten weiterzahlen. Bei der Jahresabrechnung kommt Ihnen dann der geringe Verbrauch in dieser Zeit zu gute.

Laut einem Gerichtsurteil sind Mieter nicht mehr dazu verpflichtet beim Auszug zu renovieren? Das trifft nur zu, sollte Ihr Mietvertrag eine so genannte „Renovierungsklausel“ enthalten, denn diese ist unwirksam. Lassen Sie lieber rechtzeitig vor Ihrem Auszug den Mietvertrag juristisch prüfen.

Quelle: www.mieterverein-hamburg.de

Bildquelle: Gerad Altmann (geralt) und Kadu / www.pixelio.de

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Ein Kommentar
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  1. Wirklich eine tolle info. Genau das hatte ich gesucht.
    Lg aus Hamburg

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