Wie aus Ihrem Dach eine grüne Oase wird

2. Dezember 2009 | Von | Kategorie: Dach und Wand

Obwohl das Prinzip der grünen Dächer schon seit langer Zeit bekannt ist, sind begrünte Dächer nicht sehr verbreitet. Das wohl bekannteste Beispiel für ein bewachsenes Dach sind die Hängenden Gärten von Babylon.
Besonders beliebt ist Dachbegrünung bei Carports, Gartenhäusern, Garagen und Flachdächern von Wohnhäusern. Generell ist ein begrüntes Dach aber auch bei Schrägdächern und Satteldächern möglich. Ab einer Neigung von 20 Grad werden jedoch Abrutschsicherungen benötigt. Diese sollten unbedingt von einem Fachmann angebracht werden.
Ein begrüntes Dach ist nicht nur ein wertvolles Biotop, es bringt auch Abwechslung. Im Gegensatz zu einem Ziegeldach, wechselt das Gründach je nach Jahreszeit sein Erscheinungsbild.
Zudem trägt ein begrüntes Dach dazu bei, die Wärme im Winter besser zu speichern und im Sommer das Haus zu kühlen.
Auch im Vergleich zu Kies, schneidet das Gründach gut ab. Kies wird oft für die Abdichtung von Flachdächern verwendet, zum Beispiel bei Garagen. Bei einem begrünten Dach, ist allerdings problemlos die doppelte Lebensdauer möglich.

Ein Dach muss nicht so langweilig aussehen!

Bevor Sie sich jedoch für ein begrüntes Dach entscheiden, müssen einige Dinge beachtet werden.
Das Dach muss nicht nur für das Gewicht der einzelnen Schichten des Gründachs konstruiert werden, es muss bei Regen auch das gespeicherte Wasser oder im Winter den Schnee tragen können. Aufgrund dieser Tatsache ist es empfehlenswert einen Statiker zu Rate zu ziehen. Bei einem Neubau ist ein Statiker ohnehin vor Ort.
Ein Gründach besteht aus mehreren Schichten. Für kleinere Flachdächern, zum Beispiel bei Carports oder Garagen sind auch Selbstbausätze erhältlich.
Die Schichten werden auf die Dachhaut aufgetragen. Da diese jedoch oft nicht wurzelfest ist, sollte als erstes eine Schutzfolie befestigt werden. Um sicher zu gehen, dass die Schutzfolie für ein Gründach geeignet ist, sollte sie das Prüfzeichen „Wurzelfest nach FLL“ tragen.
Als nächstes wird eine Dränageschicht angelegt. Diese ist je nach Dachneigung notwendig. Sie soll dafür sorgen, dass das Wasser abgeleitet wird. Besonders bei Flachdächern besteht ansonsten die Gefahr, dass sich zu viel Wasser sammelt. Dieses würde nicht nur die Pflanzen gefährden, es kann auch der Dachkonstruktion schaden.
Die dritte Schicht bildet die Filterschicht. Sie sorgt für den Nährstoffkreislauf innerhalb des Gründachs und verhindert außerdem das Verstopfen der Regenrinnen.
Bevor nun gepflanzt werden kann, sollten Sie eine Schicht Substrat auftragen. Bei Neubepflanzung sollte diese Schicht etwa 10-15 Zentimeter dick sein. Sie können aber auch vorgefertigte Matten verwenden, diese sind dünner.
Mit der letzten Schicht geht es nun an das Bepflanzen. Die Pflanzen müssen vor allem robust sein, damit ihnen auch Trockenheit nichts anhaben kann. Die Pflanzen sollten eine einheitliche Schicht bilden, somit können sie sich gegenseitig Schutz bieten. Geeignete Pflanzen für ein Gründach sind zum Beispiel Fette Henne, Mauerpfeffer, sowie verschiedene Moose und Gräser, die im Fachhandel erhältlich sind.
Die Kosten für ein begrüntes Dach liegen zwischen 25 und 30 Euro pro Quadratmeter. Bei steileren Dächern steigen entsprechend dem höheren Aufwand auch die Kosten, das gleiche gilt für eine aufwendigere Bepflanzung.
Häufig lohnt es sich, bei Ihrer Kommune nach zinsgünstigen Krediten oder Zuschüssen für Dachbegrünung zu fragen.

Bildquelle: Thomas Max Müller / www.pixelio.de

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Ein Kommentar
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  1. Hut ab, gut recherchierter und geschriebener Artikel über Gründächer. Was ich noch etwas herausgehoben hätte, wäre die Statik. Es ist wirklich wichtig zu wissen, wie viel die Unterkonstruktion hält. Die Hauptbelastung findet im Winter statt, wenn es viel schneit, dann antaut, vereist, wieder draufschneit, … da kann eine Last zu Stande kommen, die ein Vielfaches der Sommerlast, selbst bei Gewitter darstellt. Es ist schade, wenn ein schön gestaltetes Gründach im zweiten oder dritten Winter wegen falscher Statik in die Brüche geht.

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