Was Sie beim Wechsel Ihres Stromanbieters beachten sollten

8. September 2009 | Von | Kategorie: Energie und Heizen

Sie können zwischen mehr als 900 Stromanbietern in Deutschland wählen. Dabei können Sie sich für einen der bundesweiten Anbieter wie zum Beispiel Yellow-Strom oder einem regionalen Anbieter, zu denen die meisten Stadt- und Gemeindewerke zählen, entscheiden. Über 85 Prozent der in Deutschland genutzten Elektrizität werden von den 4 großen Versorgern E.on, RWE, EnBW und Vattenfall produziert.

Viele Verbraucher scheuen sich jedoch ihren Stromversorger zu wechseln. Nur 6 Prozent aller Haushalte haben sich bislang für einen neuen Anbieter entschlossen. Und nur ein Prozent aller Kunden wechselt jedes Jahr seinen Stromanbieter, obwohl ein Wechsel einfach ist. Abhängig von der Region können Verbraucher auf diese Weise jedes Jahr viel Geld sparen.

Doch bevor Sie Ihrem alten Stromversorger kündigen, sollten Sie nach Produktalternativen und Tarifalternativen fragen.

So finden Sie den passenden Stromtarif

www.pixelio.de / Vera Winandy-Rang)

Nur ein Prozent aller Verbraucher wechseln jährlich ihren Stromanbieter. (Quelle: www.pixelio.de / Vera Winandy-Rang)

Zunächst müssen Sie Ihren Verbrauch ermitteln. Dazu brauchen Sie nur einen Blick auf Ihre letzte Stromrechnung zu werfen und sich Jahresverbrauch sowie Kosten zu notieren. Denn nur, wenn Sie wissen wie viel Sie verbrauchen, können Sie den passenden Tarif finden.

Einen umfassenden und detaillierten Preisvergleich erhalten Sie über so genannte Strompreisrechner im Internet. Dafür benötigen Sie folgende Angaben: Jahresverbrauch und Ihre Postleitzahl. Vergleichen Sie immer die Bruttopreise miteinander. Der Strompreis setzt sich zusammen aus dem Grundpreis, der monatlich berechnet wird, und dem Arbeitspreis, der pro Kilowattstunde berechnet wird. Stromanbieter verfügen immer über mehrere Tarife, diese gilt es individuell zu prüfen. Folgende Regel gilt es zu beachten: Je mehr Strom Sie verbrauchen, desto kleiner sollte der Arbeitspreis / Kilowattstunde sein.

Neben dem Preis sollten Sie noch auf Details wie Zusammensetzung sowie Herkunft des Stroms, Preisgarantie und Wechselprämie achten. Zertifizierten Öko-Strom erkennen Sie beispielsweise am Symbol „ok-Power“ oder „GrünerStrom“.

Im Dezember 2008 führte die Stiftung Warentest einen umfangreichen Test bei 11 Stromtarifrechnern durch. Das Ergebnis: nur 4 von 11 Stromtarifrechnern liefern verlässliche Zahlen.

Auf die Ergebnisse folgender Rechner sollten Sie nicht vertrauen:

  • Stromtip
  • Strom for you
  • Energiebörse-Deutschland
  • Stromtarife.de

Zuverlässige Daten, denen Sie vertrauen können, liefern folgende Rechner:

  • Verivox
  • Tarifvergleich
  • Toptarif
  • Wer-ist-billiger.de

Testsieger ist Verivox. Dieser Tarifrechner erhielt als einzigster das Testurteil „sehr gut“, weil er sehr gute Tarifinformationen und umfangreiche Filtermöglichkeiten bietet.

Eine weitere Möglichkeit sich über die vielen Anbieter und Ihre Tarife zu informieren bietet ein Faxabruf mit einer monatlich aktualisierten Tarifübersicht bundesweiter Anbieter der Stiftung Warentest (Fax-Nr. 0900/15100108574, Preis: 2 Euro und 0,80 Euro Verbindungspauschale).

Was Sie beachten sollten

Lassen Sie sich mehrere Preisübersichten, Verträge und die allgemeinen Geschäftsbedingungen nach Hause schicken und prüfen Sie die Angebote der jeweiligen Anbieter sorgfältig.

  • Prüfen Sie, ob die jeweiligen Angebote alle Angaben enthalten: Grundpreis, Arbeitspreis, Stromsteuer, Mehrwertsteuer, Netzentgelt, etc.
  • Sollten Sie für den Wechsel zu Ihrem neuen Stromversorger eine Wechselprämie (auch Bonus genannt) bekommen, müssen Sie beachten, dass dies nur für das erste Jahr gilt. Deshalb rechnen Sie das Angebot lieber noch einmal ohne Prämie durch, damit es sich auch für das zweite Jahr lohnt.
  • Zudem sollte die Laufzeit des Vertrages nicht länger als ein Jahr sein und die Kündigungsfrist einen Monat nicht überschreiten. So können Sie auf die Preisentwicklungen zeitnah reagieren.
  • Verzichten Sie auf Strompakete und Vorkassentarife. Bei einem Strompaket verpflichtet sich der Verbraucher zur Abnahme einer bestimmten Strommenge pro Jahr. Wenn Sie weniger verbrauchen, zahlen Sie drauf. Das gleiche gilt für Vorkassentarife, mit dem Unterschied, dass der Verbraucher schon ein Jahr im Voraus bezahlt. Zahlungen, die monatlich oder alle 2 Monate erfolgen, sind fair und empfehlenswert.

Wie erfolgt der Wechsel zu Ihrem neuen Stromanbieter?

Wenn Sie sich nach sorgfältiger Überlegung für eines der Angebote entschieden haben, brauchen Sie nur noch den angeforderten Vertrag auszufüllen und an den auserwählten Stromanbieter zurück zu schicken. Folgende Angaben werden beim Ausfüllen des Vertrages benötigt: Name des bisherigen Stromanbieters sowie Netzbetreibers, Ihre Zählernummer, Ihre Kundennummer beim bisherigen Stromanbieter und der letzte Jahresverbrauch.

Mit dem Vertrag ermächtigen Sie Ihren neuen Stromanbieter dem alten Stromanbieter zu kündigen. Das heißt, nach dem Abschicken des Vertrages kümmert sich Ihr neuer Stromlieferant um alles weitere. Von ihm erhalten Sie auch eine Bestätigung über den Vertragsabschluss, eine Bestätigung der Vertragskündigung und eine Abschlussrechnung von Ihrem bisherigen Stromlieferanten. Es entstehen keine Wechselgebühren!

Quelle: Stiftung Warentest (www.test.de)

Tags: , , , ,

Schreibe einen Kommentar