Solarstrom aus der Wüste

22. Juni 2009 | Von | Kategorie: Energie und Heizen

Die Sahara ist die größte Wüste der Welt. Die Fläche, die sie einnimmt, entspricht in etwa der Größe der USA. Durchschnittlich scheint die Sonne hier 12 Stunden pro Tag. Zum Vergleich: das ist dreimal so lange wie in Deutschland. Hier zeigt sich, dass die Sonne als regenerative Energiequelle viel ungenutztes Potenzial besitzt.

www.pixelio.de / Siegbert Heinecke

Quelle: www.pixelio.de / Siegbert Heinecke

Doch für die Umwandlung von Sonnenenergie aus der Sahara in Strom müssten zunächst Kraftwerke für Solarstrom gebaut, Hochspannungstrassen und teure Hochspannungsgleichstromleitungen verlegt werden.

Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt hat errechnet, dass man mit Solarkraftwerken in der Sahara auf einer Fläche von etwa 65.000 Quadratkilometern (Bayern ist etwa 70.000 Quadratkilometer groß) den Strombedarf der geamten Welt decken könnte.

Das Konzept für die Umsetzung dieses Vorhabens trägt den Namen „Desertec“. Ziel ist es, dass in 10 bis 15 Jahren der erste Strom aus der Sahara nach Europa fließen soll.

Dafür sollen große Parabolspiegel in der Wüste aufgestellt werden, welche die Sonnenstrahlen bündeln. Die erzeugte Wärme wird genutzt um Wasser zu erhitzen. Der entstehende Wasserdampf treibt dann Turbinen an, die Strom erzeugen. Diese Kraftwerke können sogar die produzierte Wärme über einen gewissen Zeitraum hinweg speichern. Somit kann auch dann Solarstrom gewonnen werden, wenn die Sonne nicht scheint.

Die Übertragung des Stroms wird mittels Hochspannungsgleichstromleitungen gewährleistet. Bei einer Distanz von 3.000 bis 4.000 Kilometern Länge besteht ein Verlust von nur 3 Prozent.

Wikipedia Comments / TREC)

Skizze einer möglichen Infrastruktur für eine Stromversorgung in Europa, dem Nahen Osten und Nord-Afrika (Quelle: Wikipedia Comments / TREC)

Die Umsetzung von „Desertec“ scheiterte bisher an folgenden Fragen:

  • Wie soll das Projekt finanziert werden?
  • Werden die Investitionskosten von privaten Konzernen oder von öffentlich-rechtlichen Gesellschaften getragen?

Nun treffen sich Vertreter von 20 großen Konzernen, des Club of Rome und der Bundesministerien am 13. Juli um die Verwirklichung des Konzeptes anzugehen. Zu den Großkonzernen, die sich an „Desertec“ beteiligen wollen, gehören unter anderem die Münchner Rück, Siemens, die Deutsche Bank und RWE. Der Club of Rome ist ein Zusammenschluss führender Wissenschaftler, Manager und Politiker, der sich bereits seit einigen Jahren für die Idee des Solarstroms aus Nordafrika einsetzt.

Es sollen an mehreren Standorten in Nordafrika Solarkraftwerke gebaut werden. Wichtigstes Kriterium für die Standortwahl ist, dass die Länder politisch stabil sind. Die ausgewählten afrikanischen Länder hätten damit eine Einnahmequelle und könnten gleichzeitig ihre eigene Energieversorgung sichern.

Mit dem geplanten Investitionsvolumen in Höhe von 400 Milliarden Euro werden sich 15 Prozent der europäischen Stromversorgung decken lassen. Langfristig gesehen, soll sich „Desertec“ selbst finanzieren.

Prognosen zufolge wird der Solarstrom ab 2020 rentabel und somit auch billiger. Ab 2050 würde eine Kilowattstunde des afrikanischen Solarstroms 1 Cent kosten. Zum Vergleich: Eine Kilowattstunde Solarstrom kostet zurzeit 15 bis 23 Cent.

Tags: , , ,

Schreibe einen Kommentar