Heizen mit Abwasser

24. Februar 2009 | Von | Kategorie: Energie und Heizen

Besonders in den kalten Wintermonaten ist das Thema Heizen aktuell. Damit verbunden ist meist auch die Frage, wie sich am Besten Energie sparen lässt. In diesem Zusammenhang gewinnt die Idee mit Abwasser zu Heizen immer mehr an Bedeutung. Denn Wasser, dass zum Duschen, Spülen oder Waschen benutzt wird, gelangt mit lauwarmer Temperatur in die Abwasserkanäle.
Im Ausland ist die Methode schon länger bekannt und wird dort erfolgreich genutzt. In der Schweiz werden beispielsweise bereits seit 20 Jahren Häuser auf diese Art und Weise beheizt.

Neue Energiequelle

Neue Energiequelle

Das Abwasser ist im Winter wärmer als die Außenluft und im Sommer kälter. Dementsprechend kann es im Winter zum Heizen eingesetzt werden, im Sommer ist das Abwasser kühlend. Innerhalb eines Jahres schwankt die Temperatur des Wassers zwischen 10 und 20 Grad Celsius.

Das Ganze funktioniert mit Hilfe eines Wärmetauschers und einer Wärmepumpe. Der Wärmetauscher besteht normalerweise aus dünnen Edelstahlplatten und wird auf der Kanalsohle angebracht. Fließt nun das warme Wasser darüber, gibt es die Wärme an den Wärmetauscher ab. Dieser wiederum ist verbunden mit der Wärmepumpe. Die Pumpe kann Heiztemperaturen von bis zu 60 Grad Celsius erzeugen.

Bei dem Prozess wird insgesamt mehr Energie produziert als verbraucht. Denn die erzeugte Nutzenergie ist höher, als die verbrauchte Energie für den notwendigen Strom.

Der Wärmetauscher kann in bereits vorhandene Kanäle eingebaut werden. Dabei werden die Edelstahlplatten an die Form der Kanäle angepasst. Bei einem Neubau kann der Wärmetauscher auch direkt fest im Rohr integriert werden.

Es gibt eine weitere günstigere Methode zum Heizen mit Abwasser. Dabei werden kostengünstige Kunststoffrohre an den Wänden des Vorfluters installiert. Diese sind, genau wie der Wärmetauscher, mit einer Wärmepumpe verbunden und können so die Wärme des Abwassers weitergeben.
Bisher ist dieses System jedoch nicht für einzelne Häuser geeignet, sondern zum Beispiel für eine Wohnsiedlung. Bei nur einem Haushalt ist der Abwasserfluß zu gering und nicht regelmäßig.

Bisher ist das Heizen mit Abwasser kaum verbreitet, doch in vielen Fällen würde sich diese Technik schon jetzt bezahlt machen. Ein Fachingenieur kann dabei beraten, ab wann sich die Methode lohnt. Er kann auch darüber Auskunft geben, welche Zuschüsse oder Steuervergünstigungen es für den Ein- oder Umbau geben würde.

Quelle: www.wdr.de

Bildquelle: Stihl024 / www.pixelio.de

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