Der neue Trend im Hausbau: Holzhäuser

22. Juni 2009 | Von | Kategorie: Energie und Heizen

Bis vor wenigen Jahre wurde man für das Vorhaben ein Holzhaus zu bauen noch belächelt. Denn Viele denken beim Stichwort „Holzhaus“ an Blockhütten und Skandinavien. Doch aufgrund eines bewusstären Umgangs mit der Umwelt und dem Wunsch nach einem behaglichen Wohnklima liegen Holzhäuser wieder voll im Trend.

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Holzhäuser sind in skandinavischen Ländern verbreitet, finden aber auch in Deutschland zunehmend Liebhaber. (Quelle: www.pixelio.de / Stephanie Hofschläger)

Baustoff Holz

Eine Vielzahl der Niedrigenergiehäuser und Passivenergiehäuser werden in der Holzbauweise umgesetzt. Denn Holz gilt gemeinhin als der ökologischste Baustoff. Aufgrund seiner schlechten Wärmeleitfähigkeit ist die Wärmedämmung eines Holzhauses unkompliziert. Die Dämmstoffe werden einfach in die Holzbauelemente integriert. Mit den entsprechenden technischen Komponenten kann man ein Holzhaus zu einem Null-Energie-Haus umrüsten.

Im Außenbereich werden vor allem Holzarten wie Lärche, Douglasie und Eiche verwendet. Im Vergleich zu anderen Holzarten enthalten sie viele Gerbstoffe, die das Holz auf Dauer vor Pilzbefall schützen. Wenn Sie die Lebensdauer der Außenfassade Ihres Holzhauses verlängern wollen, kann Ihnen eine Imprägnierung oder ein Anstrich dabei behilflich sein. Im Innenraum gilt es die gleichen Grundregeln für die Pflege zu beachten wie für jedes andere Gebäude, zum Beispiel regelmäßiges Lüften.

Für umweltschonendes Bauen eignet sich kaum ein anderer Baustoff so gut wie Holz. Denn Holz ist ein nachwachsender Rohstoff und zeichnet sich durch eine große Energieeffizienz aus. Außerdem fungiert er als dauerhafter Kohlenstoffdioxid-Speicher und entlastet somit die Umwelt.

Jeder Baustoff bringt Vorteile und Nachteile mit sich, das gilt auch für Holz. Doch die Aufgabe jedes Baumeisters ist es, die Nachteile zu ermitteln und auszugleichen.

Vorteile

  • Aufgrund der schlechten Wärmeleitfähigkeit von Holz ist ein Platz sparender Einbau von Dämmstoffen möglich. So erhalten Sie ein größeres Raumvolumen, dass Sie nutzen können.
  • Dank der großen Energieeffizienz von Holzbauhäusern können Sie sich über geringe Nebenkosten freuen.
  • Ein Holzbauhaus zeichnet sich auch durch seine kurze Bauzeit aus. So wird Ihre zeitweilige Doppelbelastung durch Miete und Finanzierung erheblich verkürzt.
  • Austrocknungszeiten für ein neu errichtetes Holzhaus entfallen ganz. Zum Vergleich: bei Massivhäusern aus Beton oder Stein beträgt die Zeit, in der das Haus trocken gewohnt wird, bis zu 3 Jahre.
  • Eine lange Lebensdauer, die durch eine sorgfältige Planung und Ausführung gewährleistet wird, spricht ebenfalls für ein Holzhaus.
  • Auch für Allergiker ist ein solches Haus geeignet, weil das Holz für die Konstruktion nicht chemisch behandelt sondern maschinell vorgetrocknet wird.
  • Heute sind Ihren Gestaltungswünschen praktisch keine Grenzen mehr gesetzt.
www.pixelio.de / Nobody))

Je nach Verwitterungsgrad bekommen Holzhäuser ein individuelles Aussehen. (Quelle: www.pixelio.de / Nobody))

Nachteile

  • Im Sommer kann die geringe Wärmespeicherfähigkeit ein Problem werden. Denn die Wärme wird an den Wohnraum abgegeben. Dieses Defizit kann durch Dämmstoffe, wie Mineralfasern oder Zellulose, behoben werden.
  • Deshalb muss bei Holzhäusern ein besonders Augenmerk auf den optimalen Sonnenschutz gerichtet werden. Große Fenster sollten Sie deshalb mit Markisen und Rollos ausstatten. Dachschrägen sollten nicht nach Süden oder Westen zeigen. Falls doch sollten Sie sie mit einer zusätzlichen Schicht, zum Beispiel mit dicken Spanplatten, ausgestattet werden, damit diese die Wärme speichern können und nicht in den Innenraum gelangen kann.
  • Auch gegen Lärm müssen Holzhäuser aufwendiger gedämmt werden.
  • In Sachen Brandschutz stehen Holzhäuser, vor allem wenn sie mit Mineralfasern oder Hartschaum gedämmt sind, konventionellen Häusern aus Stein in nichts nach. Aber je massiver ein Haus gebaut ist, desto besser steht es in der Einteilung in eine der Bauartklassen da. Von dieser Einteilung ist die Höhe Ihrer Gebäudeversicherung abhängig. Deshalb sind Versicherungen für Holzhäuser auch etwas teurer.

Kosten

Dank kurzer Bauzeiten und geringer Betriebskosten erweisen sich moderne Holzhäuser trotz der meist höheren Investitionskosten als herkömmliche Häuser schon nach wenigen Jahren als die günstigere Alternative.

Energetisch hochwertige Neubauten werden von der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) im Rahmen des Programms „Energieeffizient Bauen“ durch zinsgünstige Darlehen gefördert. Weitere Informationen zum Förderprogramm finden Sie unter: www.kfw.de.

Firmenbeispiele:

Viele Unternehmen, die Holzhäuser bauen, sind nach dem EU-Öko-Audit zertifiziert und bieten umweltschonende Gesamtlösungen an. Dies beginnt mit der Verwendung von umweltverträglichen Farben oder Lacke und führt bis hin zu energiesparenden Produktionsprozessen. Hier einige Vertreter:

  • Luxhaus – Gut für Generationen (www.luxhaus.de)
  • Rensch-Haus – Wohnen neu erleben (www.rensch-haus.com)
  • SchwörerHaus – Wählen Sie Ihr Traumhaus (www.schwoerer.de)

Sollten Sie sich für den Bau eines Holzhauses entscheiden, sparen Sie aufgrund der niedrigen Nebenkosten, der kurzen Bauzeit sowie der Finanzierung über die KfW-Bank nicht nur bares Geld, sondern leisten auch gleichzeitig Ihren persönlichen Beitrag zum Umweltschutz.

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