Das Plusenergiehaus erzeugt mehr Energie als es verbraucht

7. Januar 2009 | Von | Kategorie: Hausbau

Das Plusenergiehaus gilt in Fachkreisen als Revolution in Hinblick auf einen verantwortungsvollen Umgang mit der Natur und der Nutzung des unerschöpflichen Energiepotentials der Sonne. Für viele Gemeinden stellt das Modell des Plusenergiehauses ein „Leuchtturmprojekt“ dar.

Das Plusenergiehaus wurde von seinem Urvater, dem deutschen Architekten Rolf Disch, markenrechtlich geschützt. Dieser realisierte im Jahr 2000 unter anderem auch in Freiburg (Deutschland) – die Erste, 100 % CO2-neutrale Solarsiedlung mit 50 Plusenergiehäusern.

Beim Plusenergiehaus handelt es sich dabei um eine Weiterentwicklung des Passivhauses. Im Vergleich zu anderen Niedrigenergiehaus-Modellen wie beispielsweise dem KfW 60 Haus, KfW 40 Haus, erzeugt das Plusenergiehaus mehr Energie als es verbraucht.

Anlage mit Plusenergiehäusern

Quelle: www.plusenergiehaus.de / Rolf Disch

Die Funktionsweise eines Plusenergiehauses…
Plusenergiehäusern werden generell südseitig gebaut. Es werden noch mehr Fensterverglasungen als beim Passivhaus eingesetzt, damit die Sonnenenergie passiv zur Raumerwärmung genutzt werden kann. Der Stromlieferant ist die Dach-Solaranlage, die auch die Lüftung und elektrische Geräte im Haushalt versorgt.

Die jährliche Energie-Überkompensation wird im Plusenergiehaus in erster Linie durch den Einsatz von Solarkollektoren, vor allem durch eine Photovolataikanlage am Dach, erreicht. Auf diese Weise wird die Wärme selbst erzeugt, genutzt und gespeichert. Ein solarthermischer Aufbau sorgt für die Brauchwasser-Erwärmung und das moderne Lüftungssystem für laufende Zufuhr von Frischluft ohne Wärmeverlust.

Die aktive oder passive Nutzung der Solarenergie zählt zu den erneuerbaren Energien. Durch eine optimale Wärmedämmung und Fensterisolierung kann die erzeugte Energie optimal genutzt werden. Eine bedeutende Rolle spielt auch die kontrollierte Lüftungsanlage, welche vom erzeugten Strom betrieben und die warme Luft gleichmäßig im Haus verteilt.

Die Bewohner eines Plusenergiehauses müssen ihren Lebensstil auch ein wenig an das Haus anpassen. Das bewusste, maßvolle Heizen und schnelle Schließen von Türen und Fenster nach dem Stoßlüften, sind wie die Wärmedämmungsmaßnahmen, wichtige Maßnahmen zur Senkung des Energieverbrauches.

Welche Vorteile hat der Bau eines Plusenergiehauses?
Die Investitionen, im Vergleich zu einem anderen Standardhaus, welches von der Energiesparverordnung (EnEV) definiert wurde, liegen etwa 15 % höher. Trotzdem rechnen sich die Mehrkosten, wegen des extrem geringen Energiebedarfs und der möglichen Speisung der überschüssigen Energie in das öffentliche Netz. Anstatt Nebenkosten verfügt der Hauseigentümer dadurch sogar noch über ein Nebeneinkommen.

Weitere Vorteile sind:
– Weitgehende Unabhängigkeit von steigenden Energiepreisen
– Senkung der Verbrauchskosten
– Steigerung der Wohnqualität durch helle, sonnendurchflutete Räume
– Höhere Luftqualität durch kontrollierte Lüftungsanlage
– Energiegewinnung aus 100% erneuerbarer Energie
– Teilweiser Kostenausgleich für Dämmung durch Wegfallen einer Heizung
– Optimaler Beitrag für Umwelt und Klima

Durch die Neuentwicklung eines variablen Modulsystems kann das Plusenergiehaus auf die Ansprüche seiner Bewohner abgestimmt werden und auch im Fertighaus System, vom Ein- Mehr- bis zum Reihenhaus, verwirklicht werden.

Quelle: www.energiesparhaus-energiesparhaus.de/plusenergiehaus.html

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