Pfusch am Bau

23. November 2008 | Von | Kategorie: Allgemein

Wo die Baumängel lauern

Wo die Baumängel lauern. (Quelle: Verband Privater Bauherrn e.V.)

Die Dekra stellt in Ihrem „Bauschadenbericht 2008“ fest, dass auf deutschen Baustellen mehr gepfuscht wird als je zuvor. Die Anzahl der Baumängel stieg um ein Drittel an, im Vergleich zum vorherigen Bericht der Jahre 2003 bis 2005.

Um die Mängel der Baufirmen sowie Handwerkern wieder zu korrigieren, müssen Bauherren mehr und mehr Geld investieren. Im Durchschnitt liegt die Schadenshöhe nun bei 10.287 Euro. Das sind zwar nur schätzungsweise 10 Prozent der Bausumme, bei einem Rechtsstreit jedoch können die Kosten für die Nachbesserungen auf das Dreifache ansteigen. Das aber wiederum könnte den geplanten Etat sprengen. So ist es nicht weiter verwunderlich, dass jedes Jahr im Wohnungsbau Schäden durch Pfusch in Höhe von ca. 1,4 Milliarden Euro in Deutschland zustande kommen.

Dabei entstehen die meisten Nachlässigkeiten bei den Fenstern und Haustüren. Dicht gefolgt von Putzarbeiten sowie Heizungssystem, Rohrleitungen oder Gasinstallationen und Wasserinstallationen. Außerdem nehmen jeweils rund ein Drittel der Beschwerden der Rohbau sowie der Innenausbau ein.

Der Hauptanlass für den Pfusch ist nicht auf das Material zurück zu führen sondern in den meisten Fällen auf die Ausführung. Aber überall wo Menschen arbeiten, muss man mit Fehlern rechnen und davon ist auch die Baubranche nicht ausgeschlossen.

Vorsicht beim Abschluss von Bauverträgen

Vorsicht beim Abschluss von Bauverträgen. (Quelle: Verband Privater Bauherrn e.V.)

Was Sie bei Vertragsabschluss beachten sollten:

Der Bauherren Schutzbund e.V. rät Ihnen folgendes:

  • Je genauer Bauqualität und Leistungsumfang in der Baubeschreibung beschrieben sind, desto geringer ist das Vertragsrisiko.
  • Vertragsgrundlage sollte das Bundesgesetzbuch (BGB), oder die Vergabeordnung und Vertragsordnung für Bauleistungen (VOB) sein.
  • Zahlen Sie nie im Voraus, sondern nur nach jeweils abgeschlossener Bauetappe. Davon wird der vertraglich festgelegte Sicherheitseinbehalt immer abgezogen. Wenn nach Jahren Schäden auftauchen, sind Sie gewappnet.
  • Legen Sie fest bis zu welchem Zeitpunkt bestimmte Arbeiten abgeschlossen sein sollen.
  • Durch Vertragsstrafen können Sie sich gegen Verzögerungen in der Bauphase absichern. Umso länger die Verspätungen andauern, desto höher fallen die Strafen für den Auftragnehmer aus.
  • Außerdem muss der Vertrag eine Verjährungsfrist enthalten, die festlegt bis wann der Auftragnehmer die Mängel beseitigt haben muss. Das BGB legt fünf Jahre und die VOB vier Jahre fest.

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