Beim Hausbau gegen Insolvenz absichern

23. November 2008 | Von | Kategorie: Allgemein

Schätzungen zu folge, steht jedes fünfte Bauunternehmen kurz vor einer Insolvenz. Deshalb sollten Sie sorgsam abwägen mit wem Sie Ihr Bauvorhaben verwirklichen wollen.

Fragen Sie nach Referenzen des potenziellen Auftragnehmers und lassen sie sich eine Vertragsvorlage aushändigen. Unseriöse Firmen erkannt man zum Beispiel daran, dass sie frühzeitig eine hohe Anzahl an Kosten abrechnen wollen.

Sollten Sie mehrere Handwerker für Ihr Projekt „Hausbau“ einspannen wollen, sollten Sie darauf achten dass sie sich untereinander absprechen. Legen Sie schriftlich fest wann unter Umständen Abschlagszahlungen fällig werden.

Im Falle, dass Sie sich dafür entscheiden sollten die Immobilie von einem Bauträger zu erwerben, können Sie die Maklerverordnung und Bauträgerverordnung als Leitfaden nutzen.

Erkundigen Sie sich nach einer Vertragserfüllungsbürgschaft der Bank oder informieren Sie sich bei einer Kreditauskunftei über die Liquidität Ihres zukünftigen Partners.

Lassen Sie bei der Abnahme Vorsicht walten!

Ihr Vertragspartner kann nur Zahlungsansprüche für entsprechende Leistungen bis zur Abnahme geltend machen. Nach diesem Termin müssen Sie beweisen, dass die Firma den Pfusch an Ihrem Bau verursacht hat. Denn mit dem Tag der Abnahme beginnt die Verjährungsfrist.

Dieser Termin ist also keine Formalität, sondern ein bedeutender Vorgang und bildet den Abschluss der Bauphase. Bereiten Sie sich auf diesen Tag gut vor, indem Sie den Bau selbst schon einmal begutachten. Sollten Sie Mängel feststellen, reklamieren Sie diese schriftlich.

Was Sie beim Abnahmetermin selbst beachten sollen:

  • Der Termin sollte bei hellem Tageslicht erfolgen.
  • Gehen Sie niemals allein zur Abnahme!
  • Nehmen Sie einen Fotoapparat oder eine Kamera mit!
  • Nehmen Sie sich genügend Zeit!
  • Lassen Sie jede Beschädigung und Verschmutzung im Protokoll festhalten! Selbst dann, wenn die Firma der Meinung ist sie wären unbegründet.
  • Ziehen Sie einen Bausachverständigen hinzu.

Und sollte der Fall eintreten, dass Ihnen schwerwiegende Baumängel auffallen, haben Sie das Recht die Abnahme zu verweigern. Vorraussetzung hierfür muss aber ein triftiger Grund sein. Sonst müssen Sie damit rechnen, dass Ihr Auftragnehmer Klage auf Abnahme und Zahlung aller ausstehenden Forderungen gegen Sie zu erheben.

Bausachverständige helfen sparen

Bausachverständige helfen sparen

Absicherung durch einen Bauprüfer

Solch ein spezieller Sachverständiger kann Ihnen viel Zeit, Geld und Nerven sparen. Denn sie kontrollieren nicht nur den Bau, sondern auch die Richtigkeit der Verträge.

Die Kosten für die Vertragskontrolle und Baukontrolle liegen für ein Einfamilienhaus zwischen 2045 bis 3068 Euro. Stellt man die Kosten für ein im Nachhinein von Außen abgedichteten feuchten Keller von etwa 25.500 Euro gegenüber, wird der geringe finanzielle Mehraufwand deutlich.

Beispiele:

  • TÜV Bau und Bund (Tel. 089/57 91 25 40) fordert für das so genannte Bau-Controlling zwischen 0,8 und 1,1 Prozent der Baukosten.
  • Der Verband privater Bauherren veranschlagt für seine Dienstleistung circa 87 Euro pro Stunde.

Aufgaben eines Bauprüfers:

  • Prüfung der Baubeschreibung
  • Begehung des Baus nach jeder Bauetappe
  • Dokumentierung der Mängel
  • Prüfung der Nachbesserungen
  • Begleitung der Abnahme

Weitere Informationen zu diesem und anderen Themen erhalten Sie beim Bauherrn Schutzverband e.V.

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